AGP Picks
View all

Krankenkassenprämien 2027: im Durchschnitt eine Erhöhung um fast 5% und bei bestimmten Versicherten um bis zu 20%

Krankenkassenprämien 2027

Krankenkassenprämien 2027

Krankenkassenprämien 2027

Krankenkassenprämien 2027

Von +9.6% bis -8.7%: erhebliche Unterschiede zwischen den Kantonen

LAUSANNE, VAUD, SWITZERLAND, September 8, 2026 /EINPresswire.com/ -- Trotz der Erholung der Reserven der Krankenkassen dürften die Versicherten in 2027 einer erneuten deutlichen Prämienerhöhung nicht entgehen. Auf Basis der Gesundheitskosten und der neuesten verfügbaren Daten ist ein durchschnittlicher Anstieg von 4.5% bis 5% wahrscheinlich, wobei die Prämien für bestimmte Versicherte um bis zu 20% steigen könnten.

Nach den besonders starken Prämienerhöhungen in den letzten Jahren scheint die Hoffnung auf eine Entspannung erneut in weite Ferne zu rücken. In 2026 sind die Prämien bereits um durchschnittlich 4.4% gestiegen. Für 2027 deuten mehrere Indikatoren darauf hin, dass der Druck weiterhin hoch bleiben wird.

bonus.ch rechnet mit einer Erhöhung um 4.5% bis 5%

Unter Berücksichtigung der Entwicklung der Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung, der finanziellen Lage der Versicherer und des erwarteten leichten Aufholeffekts schätzt bonus.ch, dass eine durchschnittliche Erhöhung zwischen 4.5% und 5% derzeit das wahrscheinlichste Szenario für 2027 ist.

Eine günstigere Entwicklung im Bereich von 3.5% bis 4% würde eine stärkere Verlangsamung des Kostenanstiegs erfordern, als derzeit erwartet wird. Sollten hingegen die Ausgaben in 2026 die Prognosen übersteigen oder sollte die Umstellung auf die neuen ambulanten Tarife zusätzliche Kosten verursachen, könnte die Erhöhung die Marke von 5% überschreiten.

Einige Prämien könnten um bis zu 20% steigen

Der nationale Durchschnitt wird jedoch nicht die tatsächliche Situation jedes einzelnen Versicherten widerspiegeln. Die Prämienunterschiede hängen insbesondere von der Krankenkasse, dem Kanton, der Prämienregion, dem Alter, der Franchise und dem gewählten Versicherungsmodell ab.

Bei bestimmten Krankenkassen oder Tarifkategorien könnten die Erhöhungen in 2027 somit über 10% liegen. Im ungünstigsten Fall könnten einzelne Prämien sogar um 20% steigen.

Noch grössere Abweichungen von bis zu 50% sind theoretisch möglich, wenn ein Versicherer in einer Region oder für ein bestimmtes Modell eine wesentliche Tarifneupositionierung vornimmt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt betrachtet bonus.ch diese Extremfälle jedoch nicht als repräsentativ für die in 2027 allgemein erwartete Entwicklung.

Warum werden die Prämien erneut erhöht?

Der wichtigste Faktor ist nach wie vor die Entwicklung der von der obligatorischen Krankenversicherung (OKP) übernommenen Kosten. Im zweiten Quartal 2026 belief sich der Kostenanstieg in der obligatorischen Krankenversicherung auf +0.4% im Jahresvergleich, gegenüber +2.9% im ersten Quartal. In den letzten zwölf Monaten verursachte eine versicherte Person im Durchschnitt Kosten in Höhe von CHF 4'834.-, die von der OKP getragen wurden, das sind CHF 21.- mehr als ein Jahr zuvor.

Dieser geringe Anstieg ist jedoch mit Vorsicht zu interpretieren. Die Einführung des neuen pauschalen Tarifsystems für ambulante medizinische Leistungen führt derzeit zu Verzögerungen bei der Abrechnung im Ambulanzbereich. Dies schlägt sich vorübergehend in einem starken Rückgang der in diesem Bereich verbuchten Kosten nieder: -4% im ersten Quartal und -16% im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr.

Derzeit lässt sich noch nicht abschätzen, wann diese Rechnungen nachträglich verbucht werden und welche Auswirkungen sie auf die zukünftige Kostenentwicklung haben werden. Der im zweiten Quartal verzeichnete Anstieg um +0.4% kann daher nicht als Beweis für eine nachhaltige Verlangsamung der Gesundheitsausgaben gewertet werden.

Bis zu +15% in bestimmten Bereichen des Gesundheitswesens

Gleichzeitig verzeichnen mehrere Leistungskategorien weiterhin einen deutlich überdurchschnittlichen Zuwachs. Die häusliche Pflege (SPITEX) verzeichnet den stärksten Anstieg mit +14% im ersten Quartal und +15% im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Auch die Ausgaben für Psycholog.innen und Psychotherapeut.innen steigen deutlich an, und zwar um +10% bzw. +11%.

Auch in mehreren weiteren Bereichen bleibt der Kostenanstieg hoch:

• Physiotherapeut.innen: +7% im 1. Quartal und +7% im 2. Quartal
• Ambulant tätige Ärzt.innen (ohne Labore): +6%, danach +7%
• Labore: +6%, danach +6%
• Apotheken: +5%, danach +5%
• Medizinisch-soziale Einrichtungen: +3%, danach +4%
• Spitalaufenthalte: +3%, danach +2%

Im Gegensatz dazu stiegen die von Ärzt.innen verschriebenen Arzneimittel im ersten Quartal um 1%, bevor sie im zweiten Quartal um 1% zurückgingen. Die Kosten für Laborleistungen in Arztpraxen blieben hingegen nahezu stabil.

Von +9.6% bis -8.7%: erhebliche Unterschiede zwischen den Kantonen

Auch von Kanton zu Kanton sind die Unterschiede sehr gross. Während der nationale Durchschnitt im zweiten Quartal 2026 bei lediglich +0.4% liegt, reichen die Schwankungen von +9.6% in Schaffhausen bis zu -8.7% in Zug.

Schaffhausen sticht deutlich hervor. Nach einem bereits hohen Anstieg von +7.2% im ersten Quartal stiegen die Kosten dort im zweiten Quartal erneut um +9.6% im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Auch Glarus (+4.4%), Graubünden (+3.7%), Jura (+3.6%) und Zürich (+3.3%) verzeichnen einen Anstieg, der deutlich über dem nationalen Durchschnitt liegt.

Im Gegensatz dazu verzeichnen mehrere Kantone vorläufig einen Rückgang der Kosten, insbesondere Solothurn (-2.3%), Basel-Stadt (-1.6%), Bern (-1.3%), Thurgau (-1.0%), Genf (-0.9%) und vor allem Zug (-8.7%).

Die Jahresprognosen weisen weiterhin einen deutlichen Aufwärtstrend auf

Abgesehen von diesen vierteljährlichen Schwankungen liegen die für das gesamte Jahr verfügbaren Prognosen weiterhin deutlich höher. Gemäss den jüngsten Prognosen der KOF der ETH Zürich für das Bundesamt für Gesundheit (BAG) dürften die Kosten pro Versicherten in 2026 um 4.5% und in 2027 um weitere 4.0% steigen.

Sie würden somit von CHF 4'968.- pro Versicherten in 2025 auf CHF 5'191.- in 2026 und auf fast CHF 5'400.- in 2027 steigen. In nur vier Jahren, zwischen 2023 und 2027, würde der Anstieg fast CHF 900.- pro Person betragen. Die KOF rechnet daher nicht mit einer echten Trendwende, sondern lediglich mit einer leichten Verlangsamung des Ausgabenanstiegs.

Die Versicherer selbst rechnen für 2026 mit Mehrkosten von über 5%

Die jüngsten Angaben des BAG untermauern diesen Trend. Nach den von den Versicherern vorgelegten Schätzungen dürften die Kosten im Gesamtjahr 2026 um etwas mehr als 5% steigen.

Das Bundesamt weist zudem darauf hin, dass bei der Berechnung der Prämien für 2027 ein leichter Aufholeffekt eintreten dürfte. Die für 2026 geschätzte Combined Ratio liegt nämlich bei fast 101%. Mit anderen Worten: Die eingenommenen Prämien würden die Aufwendungen nicht vollständig decken. Das BAG schätzt daher, dass der Prämienanstieg für 2027 etwas höher ausfallen dürfte als der erwartete Kostenanstieg.

CHF 8.6 Milliarden an Reserven: ein Puffer, aber keine ausreichende Bremse

Die finanzielle Lage der Krankenkassen hat sich jedoch deutlich verbessert. Vor allem dank guter Anlagerenditen erzielten die Versicherer in 2025 einen Gesamtüberschuss von fast CHF 569 Millionen, der vollständig den Reserven zugeführt wurde. Diese belaufen sich nun auf CHF 8.6 Milliarden.

Diese Verbesserung ist eine gute Nachricht und dürfte dazu beitragen, den Druck auf die Prämien zu begrenzen. Sie reicht jedoch nicht aus, um einen jährlichen Anstieg der Gesundheitsausgaben in der Grössenordnung von 4% bis 5% dauerhaft auszugleichen.

Die Reserven dienen in erster Linie dazu, die Solvenz der Versicherer zu gewährleisten und aussergewöhnliche Schwankungen abzufedern. Damit das System finanziell im Gleichgewicht bleibt, müssen die Prämien langfristig der Entwicklung der zu finanzierenden Leistungen folgen.

Die Politik des Abbaus der Reserven sorgt für Diskussionen

Die Entwicklung der Reserven muss auch vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren getroffenen Entscheidungen betrachtet werden. In 2021 hat der Bund die Vorschriften gelockert, um deren Abbau zu erleichtern, insbesondere mit dem Ziel, dass die überschüssigen Reserven den Versicherten in Form niedrigerer Prämien stärker zugutekommen.

Diese Politik ermöglichte es, die Prämienbelastung vorübergehend zu begrenzen, schmälerte jedoch gleichzeitig das finanzielle Polster, über das bestimmte Kassen verfügten, um eine ungünstige Kostenentwicklung abzufedern. Als die Ausgaben stark anstiegen, mussten mehrere Versicherer daher ihr finanzielles Gleichgewicht wiederherstellen und ihre Reserven aufbauen, was zu den anschliessend beobachteten erheblichen Prämienanpassungen beitrug.

Diese Massnahme wird derzeit diskutiert: Ein zu starker Abbau der Reserven kann die Prämien kurzfristig zwar entlasten, verringert aber zugleich die Kapazität der Versicherer, Kostensteigerungen über die Zeit abzufedern. Entscheidend ist daher, ein Gleichgewicht zu finden zwischen dem Abbau als überhöht erachteter Reserven und der Aufrechterhaltung eines ausreichenden finanziellen Polsters, um allzu abrupte Tarifanpassungen zu vermeiden.

Von 5% bis 53%: Die Reserven variieren je nach Versicherer stark

Hinter dem Gesamtbetrag der Reserven verbergen sich zudem sehr unterschiedliche finanzielle Situationen der einzelnen Krankenkassen. Nach den neuesten verfügbaren detaillierten Daten pro Versicherer variierten die Reservesätze in 2024 stark. Unter den führenden Krankenversicherungen der Schweiz hatte Visana einen Reservesatz von 53%, Agrisano 39% und CONCORDIA 31%, gegenüber 9% bei Assura und Mutuel Assurance sowie nur 5% bei Philos.

Reserven, die seit 2020 stark geschrumpft sind

Die historischen Daten zeigen zudem, dass der Reservesatz bei mehreren Versicherern in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist. Zwischen 2020 und 2024 sank der Satz beispielsweise bei CSS von 31% auf 11%, bei Helsana von 32% auf 13%, bei CONCORDIA von 50% auf 31% und bei Vivao Sympany von 32% auf 13%. Selbst bei den Versicherern, die noch über hohe Reserven verfügen, war teilweise ein Abbau zu verzeichnen: Bei Visana sank die Satz von 66% in 2020 auf 53% in 2024, bei Agrisano von 47% auf 39%.

Zugang zur Studie über die Krankenkassenprämien 2027:
https://www.bonus.ch/Pdf/2026/Krankenkassenpraemien-2027.pdf

Zugang zum Krankenkassenprämienvergleich:
https://www.bonus.ch/zrNXK1R.aspx

Für weitere Informationen:

bonus.ch SA
Patrick Ducret
CEO
Place Chauderon 20b
1003 Lausanne
021.312.55.91
ducret(a)bonus.ch

Lausanne, den 8. September 2026

Ducret Patrick
bonus.ch
+ +41 21 312 55 91
email us here
Visit us on social media:
LinkedIn
Facebook
YouTube
X

Krankenkassenvergleich

Legal Disclaimer:

EIN Presswire provides this news content "as is" without warranty of any kind. We do not accept any responsibility or liability for the accuracy, content, images, videos, licenses, completeness, legality, or reliability of the information contained in this article. If you have any complaints or copyright issues related to this article, kindly contact the author above.

Share this page:

Advanced Search Options

Search for:

Search scope:

Type:

Search in:

Date range:

The last

Sort by:

Sign up for:

My Healthcare Reporter

The daily local news briefing you can trust. Every day. Subscribe now.

By signing up, you agree to our Terms & Conditions.